Durch gründliche Voruntersuchung im Kernbereich war festgestellt worden, dass die registrierten Denkmale und interessanten Naturgebiete die große Mehrzahl ausmachten. Nach ihrem ganz unterschiedlichen Erhaltungszustand beurteilt, wurden sie eingestuft als bruchstückhaft, weniger gut erhalten und gut erhalten sowie nach entsprechender Instandsetzung dem Projekt Montanregion als Beitrag der tschechischen Seite zum Projekt Montanregion zurechenbar. Weiter war davon eine Zusammenstellung solcher Denkmale abgeleitet worden, die ein logisch zusammenhängendes Gebiet bilden, dass vorläufig als "Revier" bezeichnet wurde, obwohl es nicht mit denen übereinstimmen, die in der einschlägigen Fachliteratur als ehemalige Grubenrevier bezeichnet werden. So entstand eine Übersicht, aus der augenscheinlich der potentielle Beitrag der tschechischen Seite zum Projekt Montanregion hervorgeht.

In allen diesen Revieren und den dazugehörenden Siedlungsgebieten kam es zu einem ständigen Wechsel von Aufschwung und Niedergang der Erzförderung. Anlässe für Rückgänge waren vor allem das Erschöpftsein der Erzvorräte, der Konkurrenzkampf, die Einfuhr von Metallen aus anderen Fördergebieten, fehlendes Kapital zur Überwindung technischer Probleme und für die Erkundung, kriegerische Auseinandersetzungen (insbesondere die Hussitenkriege, der Dreißigjähriger Krieg, die Habsburgischen Erbschaftskriege), Naturkatastrophen (Brände, Überschwemmungen) oder die Auswanderung der Protestanten in der Zeit der Gegenreformation. Die Erhaltung der Existenz und das Erschließen neuer Erwerbsquellen insbesondere vom Ende des 17. Jahrhunderts an war eine der Hauptaufgaben der Grundbesitzer und der freien Städte im dichtbesiedelten Erzgebirge. Wie schon beschrieben, siedelten sich Spitzenwirker, Strumpfwirker, Stricker, Handschuhwirker, Knopfmacher, Hersteller von Dingen des täglichen Bedarfs auf Holz und Spielzeugmacher, Schindler, Uhren- und Instrumentenbauer, Hersteller von Kordeln, Borten und Posamenten, Spinnereien, Hersteller von Farben aus Kobalt und Uran und andere mehr an. Für die Städte (insbesondere in den bis dahin der Krone direkt unterstehenden Städten) wurde das Jahr 1850 zu einer Wende. Sie erlangten danach eine weitgehende, rechtliche Eigenständigkeit. Dadurch vereinfachte sich deutlich der Zugang für Kapital für unternehmerische Aktivitäten der Städte ebenso wie zu den Bergwerkseignern- oder den Hüttenbetreibern.
Im weiteren Teil sind nähere Informationen zu den sechs Revieren des Kernbereichs des Projekts Montanregion und zu den drei Revieren seines Randbereichs enthalten, die durch den Kernbereich beeinflußt sind oder die ihrerseits dieses Gebiet beeinflußt haben.