

Osek - Die heutige Stadt Osek liegt am Fuße des Erzgebirgsabbruchs im Tal zwischen den Bergen Louèná und Stropník. Sie war als Siedlung an der Handelsstraße gegründet worden, die von Böhmen aus über Bílina und das Erzgebirge nach Freiberg führte. In den Bergen hatte man von alters her nach Zinnerzen und später nach Silbererz gegraben. Die Entwicklung dieses Gebiet war zweifelsohne beeinflußt vom gewaltigen Aufstieg des Geschlechts der Hrabischitzer, von denen eine Linie hier eine Siedlung errichtete, aus der etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts die Burg Riesenburg hervorging. Das Geschlecht führte den Namen "Herrschaft von Riesenburg" und trug ihn bis zum 16. Jahrhundert. Im Jahr 1398 vielen die gesamten Riesenburger Ländereien der Mark Meißen zu. In deren Eigentum verblieben sie bis 1459.
Eine wichtiger Akt der Hrabischitzer war es, dem Zisterzienserorden 1196 in Osek den Bau eines Klosters zu genehmigen und zu fördern. Es entstand dadurch eine romanisch-gotisches Ensemble, das ein Jahrtausend lang als Zentrum der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung diente. Eine bedeutende Rolle im gesellschaftlichen Leben vom Beginn des 14. Jahrhunderts an spielte der Bergbau auf Silber- und Zinnerze in der Umgebung von Hrob und Klíny. Nach einem Vertrag von 1302 zwischen dem Kloster und den Riesenburgern fiel zum Beispiel jeweils eine Hälfte des geförderten Erzes dem Kloster, die andere Hälfte dem Adelsgeschlecht zu. Im 16. Jahrhundert war der Ertrag aus dem Bergbau die Haupteinnahmequelle des Klosters. An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entwickelte sich der Silber- und Zinnerzabbau vor allem in der Nähe von Hrob. Bedeutende Einnahmen kamen auch aus der Produktion von Alaun und Vitriol. Das diente dem technologischen Fortschritt. Die Rohstoffe, die vom Beginn des 17. Jahrhunderts am Ausbiß der nahegelegenen Braunkohlenflözen gewonnen worden sind, waren stark pyrit- und markazithaltig. Das Kloster wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und kam in das Eigentum des Prager Erzbistums. Nach der Rückgabe des Klosters an die Zisterzienser wurde es später unter Leitung des Architekten Octavio Broggio im Stil des Barock umgebaut und erhielt sein heutiges Aussehen. Im 18. Jahrhundert ging der Erzbergbau von Osek zurück und es erstarkte der Kohleabbau, der die Industrie in diesen Raum zog.


In der Stadt und ihrer Umgebung gibt es eine Reihe weiterer bedeutender Denkmale. Als solche gelten barocke Häuser, Kapellen, Skulpturen aber auch wasserwirtschaftliche Anlagen (kommunales Abwassersystem und eine Talsperre) sowie ein Gebäude aus dem Jahr 1705, das seinerzeit der ältesten Textilmanufaktur Böhmens diente, die 1697 gegründet worden war. Oberhalb der Stadt steht die Ruine der Riesenburg, bei der im Jahr 1802 der sächsische Prinz Josef bei einem Duell ums Leben gekommen war. Die Burgruine ist die Hauptattraktion eines Lehrpfads entlang außerordentlich interessanter Denkmale aus der Natur (zum Beispiel der Komplex aus Sandsteinfelsen "Salesiova vý¹ina") und aus der Geschichte, wie zum Beispiel zahlreiche Stollen aus der Zeit des Erzabbaus und Stellen, an denen sich die geologischen Verhältnisse am Abbruch des Erzgebirgs zeigen. Der Lehrpfad tangiert auch die historische Eisenbahnstrecke, die von Most über Louka, Osek, Hrob und Dubí nach Moldava führt und dabei tiefe erzgebirgische Täler überbrückt und durch mehrere Tunnel und an anderen interessanten Objekten vorbei führt. Auf dieser Bahnstrecke, die heute ein technisches Denkmal ist, wurde von 1884 an Kohle nach Sachsen transportiert.

Der Weg führt auch am Denkmal für das Bergwerksunglück von 1934 auf Schacht Nelson lll, einem Braunkohlenbergwerk, vorbei. Es ist das zweite Nationale Kulturdenkmal in diesem Raum. Es war 1936 errichtet und hat im Jahr 2002 diesen Status bekommen.
Hrob - Der Name dieses Ortes stammt vermutlich von einer Grube, die vor langer Zeit durch den Abbau von Silbererz im Tagebau entstanden war. Die Gegend um Hrob gehörte vom Jahr 1282 an dem Kloster Osek. Eine Bergbausiedlung entstand Anfang des 14. Jahrhunderts im Zuge der Entwicklung des Silbererzbergbaus. Etwa im 16. und 17. Jahrhundert erreichte der Silbererzabbau seinen Höhepunkt. Hrob wurde 1594 in den Stand einer Königlichen Bergstadt erhoben. Der Erzabbau wurde im 19. Jahrhundert eingestellt. Bis ins 20. Jahrhundert hinein aber wurde noch Blei aufbereitet und wurden Baumaterialen abgebaut wie Steine, Sand und Lehm. In der Umgebung befinden sich zahlreiche Beweise für den Bergbau, Halden, Gruben, Stollen und Bingen. Von der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an sind Braunkohlenvorkommen bekannt. Aus dieser Zeit gibt es Überlieferungen von den ersten Versuchen, sie einzusetzen.
Ein bedeutendes Denkmal im Ort sind die Grundmauern einer Lutheranischen Kirche aus dem Jahr 1614, deren Zerstörung durch Katholiken im Jahr 1618 mit dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges im Zusammenhang steht.

Mikulov - Die ersten Berichte über Silbererzschürfungen stammen aus dem Jahr 1404. Sie waren von Bergleuten aus Sachsen angelegt worden und trugen bis 1595 den Ortsnamen Neuschellenberg. Die Stadt wurde angelegt zwischen einem rechteckigen Marktplatz und einem schachbrettartigen Netz von Straßen. Sie liegt im Tal am Fuße des Bergs Bouønák (869 m NN), der die gesamte Gegend überragt. Im Jahr 1597 wurde Mikulov in den Stand einer Bergstadt erhoben. Vom 18. Jahrhundert an ging der Bergbau hier zurück und wurde im 19. Jahrhundert eingestellt. Links und rechts von Mikulov findet man heute noch Zeugen des Bergbaus, Schürfgruben, Halden und Mundlöcher zu Stollen, die auf die Zeit der größten Blüte des Bergbaus um 1550 herum hinweisen und deren Anzahl dazumal bei rund 550 lag. Die bedeutendste der erhaltenen Bergbauanlagen ist der Rennerstollen, in dem man mit dem Abbau von Silbererz im 14. Jahrhundert begann und der den höchsten Erzgehalt hatte. Im Stollen gibt es eine arsenhaltige Quelle. Ein Teil der Stollen im Revier von Mikulov und Osek werden von der Speleologischen Gesellschaft AGRICOLA bewirtschaftet, die seit 1991 eine Studie zum historischen Erzbergbau und den alten Bergwerken durchführt und eine Dokumentation erarbeitet. Im Ort gibt es seit 2001 ein privates Bergbaumuseum. Es ist hier weiter eine barocke Kirche erhalten geblieben, typische Bergarbeiterhäuser und ein Schulgebäude von 1654. Mikulov liegt an der bereits erwähnten Eisenbahnlinie Most-Moldava.
