
Slavkovský les - Dieser Höhenzug gehört zum erzgebirgischen Teil der Böhmischen Platte. Sein Gebiet hat Bedeutung wegen seiner reichen Rohstoffquellen (Zinn, Wolfram, Silber, Kupfer, Zink, Blei, Uran, Späte, Hartgestein als Baustoff, Halbedelsteine, Torf, Mineralwasser und ausgedehnte Wälder). Zum Abbau von Zinnerzlagerstätten kam es schon um das 9. Jahrhundert, die als Zinnseifen an den Ufern des Flüßchen Teplá gewaschen wurden. Auf Initiative des Prämonstratenserklosters von Teplá, 1193 gegründet, kam es im 13. Jahrhundert auch zur Gewinnung sogenannter vergreister Erze und von Erzgängen zunächst im Tagebau, dann im Tiefbau. Die Entwicklung dieses Gebiets verlief der des Erzgebirges ganz entsprechend und an ihr hatten die gleichen Adelsgeschlechter ihren Anteil, zum Beispiel die Hrabischitzer und die ©liks. Allmählich entwickelte sich ein zweites Zentrum - die Städte Krásno und Horní Slavkov. Zu einem Aufschwung der Förderung kam es vor allem in der ersten Hälfte 16. Jahrhunderts dank des steigenden Bedarfs an Silber, Zinn, an anderen Metallen und neuer Technik. Man fuhr Erbstollen zur Entwässerung und Bewetterung auf und legte Kunstgräben zur Versorgung der Aufbereitungsanlagen und Gruben mit Aufschlagwasser an. Das Zinn aus dem Gebiet des Slavkovský les wurde wegen seiner hohen Reinheit im europäischen Großhandels gleich den erzgebirgischen Metallen geachtet. Diese Entwicklung brach mit dem Schmalkaldischen Krieg und der Niederlage Kaspar Pluhs ab. Er hatte die böhmischen Protestanten gegen König Ferdinand l. geführt und war der Besitzer der hiesigen Ländereien, Bergwerke und Hütten und wurde enteignet.
Im 17. Jahrhundert ging die Förderung weiter zurück und hat sich aber nach dem Dreißigjährigen Krieg aber dennoch bis ins 18. Jahrhundert erhalten. Es stiegen jedoch die Kosten und der Gewinn sank. Damit war der Bergbau keine Quelle mehr für einen wirtschaftlichen Fortschritt. Im 19. Jahrhundert hatten sich Bergbauunternehmen zusammengetan, um mehr Möglichkeiten für Investitionen zu haben und das Königshaus erwarb einen Teil der Gruben. Die Förderung wurde auch im 20. Jahrhundert fortgesetzt und zwar zunächst bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. Später wurde sie zur Kriegsproduktion von 1940 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wieder aufgenommen. Von 1946 an wurden intensive Erkundungsarbeiten durchgeführt und es folgte die Förderung und Aufbereitung von Erzen mit Zinn und Wolframgehalt vergleichbar mit den Verhältnissen in Cínovec. Die maximale Förderung des vereinigten Staatsunternehmens wurde von 1988 - 89 erreicht mit 200 Tt Roherz in beiden Jahren zusammen, aus denen etwa 540 t Zinn und 130 t Wolfram gewonnen wurden. Der Abbau der Lagerstätte wurde 1991 eingestellt. Im Jahr 1946 wurde das Gebiet des Slavkovský les zum militärischen Sperrbezirk erklärt. In diesem Jahr begann die Uranförderung für die Sowjetunion. Die Suche nach Uran war Bestandteil der Erkundungsarbeiten. Ähnlich wie um Jáchymov arbeiteten auf den hiesigen Gruben zunächst Kriegsgefangene, später politische Häftlinge. In der Umgebung wurden für sie Lager eingerichtet. Die Förderung wurde 1962 eingestellt. Sie hinterlies in der Landschaft markante Spuren. Das Gebiet des Slavkovský les ist heute ein sehr dünn besiedeltes Landschaftsschutzgebiet.