
| Bezeichnung: | Alter Martinsstollen |
| Lage, Ort: | Krupka |
| Bezirk: | Ústí nad Labem |
| Anschrift: | Am Lehrpfad |
| Registriernummer: | zur Zeit noch nicht registriert |

Etwa zwei Kilometer oberhalb der Königlichen Bergstadt Krupka liegt der für die Öffentlichkeit zugäng-liche Alte Martinsstollen. Das ist einer der jüngsten Stollen um Krupka. Er war erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgefahren worden. Von ihm aus erreicht man aber das historische Grubenfeld Luká±, das vom 14. Jahrhundert an ausgebeutet wurde und eine außergewöhnliche menschliche Meisterleistung darstellt. Es mißt zwei Kilometer und ist entlang der längsten Zinnader Mitteleuropas aufgefahren worden. In einigen Abschnitten enthält des Gebirge weitere markante Adern mit hohem Zinngehalt. Eine Führung durch den Alten Martinsstollen ist eine Exkursion in den Erzbergbau des Reviers von Krupka. Es sind dort Geräte und Ausrüstungen der Hauer aus verschie-denen Epochen ausgestellt - von der einfachen Schippe bis zu modernen Abbauhämmern. Zu sehen sind unter Tage auch schöne mineralische Ausbildungen der Lagerstätte und Stollen zur Ableitung von Grubenwasser, die an einigen Stellen kleine Wasserfälle bilden. Um die neuzeitliche Bergbautechnik vorstellen zu können, ist eine Ausstellung auf dem Freigelände vor dem Stollen aufgebaut worden.
Das Gebiet nannte man früher Krupá hora (Graupenberg) oder nur Krupá (Graupe). Der Ursprung des "krupá" hatte die Bedeutung "mächtig" und "Berg" und bezeichnete einen Ort, an dem man Eisenerze abbaute. Im Falle von Krupka war das ein "Berg" von Zinn, Silber und anderer Erze. Nach Aussagen von Fachleuten wurde das Zinn in offenen Gruben um die Erzlagerstätte herum gewonnen und in Bächen ausgewaschen, zunächst also im Tagebau und später unter Tage hauptsächlich in geson-derten Stollen entlang der Erzadern abgebaut. Diese Stollen sind die aufsehenerregendsten und geheimnisvollsten Grubenbaue. Weitere Grubenanlagen befinden sich in der Nähe der Ortschaft Vrchoslav.


Der Alte Martinsstollen ist Teil des grenzüberschreitenden Bergbaulehrpfads, der von Krupka aus über Dubí, Cínovec und von da aus über die Grenze nach Altenberg und Geising führt. Der Lehrpfad führt aus dem historischen Kern von Krupka heraus, von dem es die ersten schriftlichen Erwähnungen aus dem Jahr 1305 gibt. Eine Besiedlung und den Erzbergbau gab es hier aber schon einige Jahrhunderte vorher.

In den Rang einer Bergstadt wurde Krupka 1477 und zur königlichen Bergstadt dann 1579 erhoben. Krupka gehörte zu den bedeutendsten europäischen Bergstädten des Zinnabbaus zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. In der Stadt gibt es ein Museum mit naturkundlichen, geologischen und mineralogischen Sammlungen sowie einer Abteilung, die die historische Entwicklung des Zinnerzabbaus und seiner Aufbereitung und Verhüttung zeigt. In der Stadt gibt es weitere Denkmale wie die Reste der gotischen Burg sowie Profan- und Sakralbauten aus den vergangenen sechs Jahrhunderten. Mit der Bergbautätigkeit ver-bunden ist auch die Festung Starý Dvùr (Alte Meierei) im Süden der Stadt, wo sich noch alte archäologischen Spuren erhalten haben. Jenseits der Stadt führt der Lehrpfad den Anstieg des Erzgebirges hinauf, auf dem oben Überreste der ehemaligen Bergbautätigkeit gut zu sehen sind (Seifenwäschen, Halden, Mundlöcher zu Stollen). Schichtbeginn und -ende wurde vom Glöckchen der Wolfgangskapelle, des Schutzpatrons der Bergleute, angezeigt. In der Kapelle befindet sich heute ein kleines Museum. Den höchsten Punkt erreicht der Lehrpfad mit 809 m NN am Komáøí ví¾ka, dem sogenannten Mückentürmchen, einer der Erhebungen des östlichen Erzgebirges, auf der sich eine alte Grube befand. Der ehemalige Förderturm ist heute ein Berghotel. Seit 1953 führt hier herauf ein Sessellift mit einem Höhenunterschied von 482 m, mit 2.348 m Länge der längste in der Tschechischen Republik. Die umgebende Landschaft ist durch den Naturpark Osterzgebirge geschützt. Vom Mückentürmchen aus bietet sich ein fantastischer Ausblick über das Böhmische Kohlebecken hinweg auf das attraktive Böhmische Mittelgebirge. Der Lehrpfad führt weiter nach Cínovec und Zinnwald und schließt nach der Grenze an den sächsi-schen Bergbauwanderweg an.
