
| Bezeichnung: | Nikolaistollen |
| Lage, Ort: | Hora Svaté Kateøiny |
| Bezirk: | Ústí nad Labem |
| Anschrift: | Obecní úøad, Dlouhá 261 |
| Registriernummer: | zur Zeit noch nicht registriert |

Die Entdeckung der Erzlagerstätten in der Umgebung des Ortes am Ausgang des 13. Jahrhunderts ist vermutlich sächsischen Prospektoren zu danken. Sie beriefen erfahrene Bergleute aus der Mark Meißen, die ersten aufgefunden Silberadern zu verfolgen. Da sie auf reiche Lager stießen, legten sie eine Reihe von Schächten an. Der bedeutendste unter ihnen war der Nikolaistollen im sogenannten Nikolaigang, der im 16. und 18. Jahrhundert eine hohe Ausbeute an Silber und Kupfer brachte. Das geförderte Erz wurde vor Ort zu Schwarzkupfer verhüttet, aus dem im 16. Jahrhundert in den Jáchymover Hütten Silber und Kupfer gewonnen wurde. Vom Beginn des 18. Jahrhunderts an erfolgte die Verhüttung im nahegelegenen Grünthal hauptsächlich auf Kupfer und Silber und Blei als Nebenprodukt. Im 18. Jahrhundert übertraf die wirtschaftliche Bedeutung des Kupfers die des Silbers. Im 18. Jahrhundert wurden in die Grube Kunstgezeuge eingebaut, die von einem Wasserrad mit einem Durchmesser von 11,5 m getrieben wurden.

Der Abbau unter Tage, vor allem im Nikolaistollen, setzte sich bis ins 20. Jahrhundert fort. In den Jahren 1936 - 1938 war der Stollen für Touristen zugänglich. Von 1947 an war der gesamte Gruben-bereich auf radioaktive Rohstoffe hin untersucht worden. Das wurde 1964 als ergebnislos eingestellt. 1998 begann man mit Arbeiten, den Stollen wieder zugänglich zu machen. Dabei wurden 230 m Fahrwege und Grubenräume rekonstruiert. Zur Popularität des Stollens trug die Nachricht bei, dass hier das gesuchte Bernsteinzimmer bzw. seine verlorengegangene barocke Dekoration eingelagert sein könnte, die von den Nazis am Ende des Zweiten Weltkriegs aus Petershof bei Petersburg entwendet worden ist. Davon partizipiert man auch im sächsischen Nachbarort Deutschkatharinenberg. Zwischen den benachbarten Ortschaften, die nur durch den Grenzbach Schweinitz voneinander getrennt sind, bietet sich eine Zusammenarbeit auf einem gemeinsam nutzbarem Areal an. Der Fortuna-Stollen ist seit 2001 als touristisches Zentrum für die Öffentlichkeit zugänglich. Es bietet sich auch eine Anknüpfung an den etwa 5 km entfernt in Richtung Brandov gelegenen technischen Denkmalskomplex Saigerhütte Grünthal an, in dem man das Katharinaberger Erz weiterverarbeitet hatte. Dort beginnt auch ein Bergbaulehrpfad mit grenzüberschreitendem Verlauf, der der Öffentlichkeit im Mai 2006 übergeben worden ist. Die Idee einer grenzüberschreitenden Montanregion könnte hier den Besuchern sehr praxisverbunden nahegebracht werden, denn der Förderverein "Fortuna Fundgrube e. V." plant, in unmittelbarer Nähe des Katharinenberger Grenzübergangs ein "Sächsisch-böhmisches Begegnungszentrum" zu errich-ten.

Von den Anfängen des Buntmetallabbaus in der Umgebung von Hora Svaté Kateøiny gibt es nicht sehr viele Überlieferungen. Es ist jedoch von Bedeutung, dass die Rothenhauser Herrschaft insbeson-dere von 1473 an Interesse an diesem Gebiet zeigte, als der Krupkaer Patrizier Lorenz Glatz von Altenhof den Besitz übernahm. Vor allem zur Zeit der Herrschaft seines Nachfolgers Sebastian von Veitmile, der ein erfahrener Fachmann des Montanwesens und Unternehmer war, entwickelte sich der Abbau von Kupfer und Silber. In Jahr 1528 errang er für die Ansiedlung den Status einer Bergstadt, in der ein Bergamt eingerichtet wurde. Von 1556 an erhielt der Bergbau weitere Privilegien. zur Königlichen Bergstadt wurde sie in den Jahren von 1594 bis 1605, als sie Kaiser Rudolf ll gehörte.
Die Stadt wurde direkt auf einer Bergkuppe errichtet, die den Namen Stadtberg erhielt (über 700 m NN). Vom 16. bis 18. Jahrhundert war der Bergbau die Haupteinnahmequelle. Zwischen 1562 und 1589 zählten die Silbererzlagerstätten von Hora Svaté Kateøiny zu den reichsten in Böhmen. Im 19. Jahrhundert stagnierte dann der Abbau und wurde auf Kosten der Stadt und nur noch so weit weiter- betrieben, dass sie den Status und die Privilegien einer Bergstadt nicht verliert. Bereits an der Schwelle zum 18. Jahrhundert begannen die Bewohner sich der Strumpfwirkerei und später der Holzverarbeitung zu widmen. Nach ganz Europa gingen vor allem die im Katharinenberger Raum hergestellten Holzspielwaren. Eine vergleichbare Beschäftigung entwickelte sich unter den Bewohnern auf der sächsischen Seite der Grenze. Zu den Denkmalen, die in einem touristischen Rundkurs erfaßt sind, gehört das ehemalig Gerichts-gebäude einschließlich dreier ehemaliger Arrestzellen, das Rathaus, die ursprünglich aus der Zeit der Renaissance stammende Katharinenkirche (1556, später im Barockstil umgebaut), ein Pieta von 1729, das Pfarrhaus von 1860, eine Mariensäule von 1704 sowie ein Aussichtsturm auf dem Rù¾ový vrch (729 m NN), errichtet 1902. An weiteren Sehenswürdigkeiten findet man auf dem Stadtberg zum Beispiel sogenannte Steinrücken, weiter Linden- und Kastanienalleen und einen Park um den Aussichtsturm herum. Im benachbarten Ort Nová Ves v Horách (Gebirgsneudorf) gibt es ein Museum mit einer Ausstellung von Holzspielzeugen und zum Leben der Bewohner der Gebirgsneudorfer Umgebung.

